Juli 2010

In diesem Monat habe ich es nur vier mal zum Laufen geschafft. Zum einen war es mir einfach zu heiß und zum anderen war ich eine Woche auf Tagung, das hat mich rausgebracht.

Gelaufene Kilometer 2010 bisher: 285

Januar: 4 km
Februar: 30 km
März: 47 km
April: 58 km
Mai: 70 km
Juni: 48 km
Juli: 31 km

Gerade so

Gestern war der Schweinhehund tatsächlich stärker als ich. Und heute war ich den ganzen Tag an der Arbeit zum Klausuren korrigieren (puh, was haben die Studenten teilweise für einen Stuss verzapft!) und war heute Abend schon ziemlich geschafft. Beim Leichtathletik gucken bin ich total abgesackt, glücklicherweise kamen dann jedoch 5000 Meter Vorläufe und die haben mich dann einigermaßen motiviert. Es ist einfach toll anzusehen, wie die Europa-Elite läuft. Von so einem Schritt werde ich mein restliches Leben träumen!

Naja, und weil ich ja wieder zweimal pro Woche laufen möchte, musste ich mich nun mal bewegen. Also hoch, rein in die Laufsachen, Kappe auf und los.

Nur über die Route war ich mir heute überhaupt nicht einig mit mir selbst. Meine Lieblingsroute wollte ich nicht laufen, denn da hatte ich Angst, dass ich wieder nach einer Runde abbrechen würde und somit wieder nur fünf Kilometer geschafft hätte. Die zehn Kilometer Runde über den Berg war mir zu lang, vor allem weil es keine Möglichkeit gibt, sie abzukürzen. An meiner mittellangen Strecke flussaufwärts störte mich der fiese Anstieg nach etwa zwei Dritteln. Ansonsten war das aber mein Favorit für heute. Als ich dann draußen stand und die Mutter derjenigen getroffen hatte, die mich angeschrieben hat, weil sie mit mir laufen möchte (schönen Gruß, Inge!), wusste ich immer noch nicht, wohin. Und wie so oft haben meine Füße die Entscheidung getroffen.

Ich habe die mittellange Strecke Richtung Brunslar gewählt, allerdings rückwärts. Seltsamerweise scheue ich mich davor, eine Strecke in die andere als die gewohnte Richtung zu laufen. Diesmal allerdings bedeutete die „Rückrichtung“ zuerst den Berg hoch (hier im Ort) und dann eigentlich nur noch bergab beziehungsweise eben. Den Berg habe ich ganz gut geschafft, Puls ist unter 200 geblieben. Und dann lief es ganz gut. Ich hatte mir vorgenommen, schön langsam zu laufen und habe zwischendrin immer wieder Tempo rausgenommen.

Als ich dann in den Ort einbiegen wollte, sind meine Füße in die andere Richtung gelaufen. Das ist das Schöne hier, ich überleg mir was und meine Beine entscheiden völlig losgelöst von meinem Kopf über die Strecke. Na gut, bin ich also Richtung Schweinestall gelaufen und dann die Hauptstraße nach Brunslar rein. Meine Nase hat schon langsam Heimatluft gewittert, als die Füße tatsächlich noch einen Schlenker eingestreut haben. Ich bin noch an unserem alten zu Hause (naja, zum „zu Hause“ ist es nie geworden) vorbeigelaufen und habe gestaunt, dass ich diesem Ort immer noch negative Gefühle entgegenbringe. Schön war es da wirklich nicht und in ein paar Jahren werde ich bestimmt verdrängt haben, dass ich jemals da gewohnt habe (boah, Benjamin hat da tatsächlich sein erstes halbes Lebensjahr verbracht – unglaublich). Die Laufstrecken dort mag ich jedoch nach wie vor und es war schön, auf diesen Wegen zu laufen.

Dann aber hat der Kopf doch gewonnen und ich bin direkt nach Hause gelaufen. Das hieß allerdings noch drei Kilometer laufen. Aber zum Glück eben an der Eder entlang. Meine Beine taten weh, das rechte Schienbein hat sich gemeldet, meine Gedanken waren stark bewegt und auf dem letzten Kilometer hatte ich auch noch Gegenwind.

Toll.
Echt jetzt.
Es war ein super Gefühl, diese ganze Strecke geschafft zu haben, der Wind kam mir warm entgegen und ich wusste es ist nicht mehr weit. So habe ich heute eine Stunde ohne Unterbrechung geschafft, obwohl ich nur mit einer dreiviertel Stunde gerechnet habe. Der Himmel hat rot geleuchtet, ich war ko und glücklich.

Achja, 16° sind mir viel lieber als 26°. Zum perfekten Lauf hat nur der Regen gefehlt ;-).

Strecke: 9,1 km
Zeit: 61 min
Training: langsamer langer Lauf

Bessere Bedingungen

Nachdem ich die ganze Woche nicht gelaufen bin und der Lauf am letzten Sonntag so schrecklich war, musste ich ja irgendwie wieder rauf aufs Pferd. Äh, ich meine, rein in die Laufschuhe. Und angekündigt hatte ich es ja nun auch.

Immerhin waren heute die Bedingungen besser. Ich habe extra viel getrunken, es waren etwa 7 Grad weniger heute und ich habe eine halbe Stunde vor dem Lauf noch zwei Butterbrote gegessen. (Und war den ganzen Nachmittag unterwegs auf Cachesuche).

Ich habe diesmal meine Lieblingsrunde auf die Weicheierrunde verkürzt (und dachte, die lauf ich dafür zweimal – haha). Gefühlt bin ich recht gleichmäßig und langsam gelaufen. Nach vier Kilometern wusste ich dann, dass ich definitiv keine zweite Runde laufen würde. Da mein Mindestziel aber sowieso bei fünf Kilometern liegt, habe ich vorsichtshalber noch eine einzige Runde um den Sportplatz gedreht. Und bin dann ziemlich ko nach Hause gelaufen.

Und meine Muskeln sind in den letzten zwei Wochen definitiv degeneriert. Laufen ist ja sowas von anstrengend! Meine Beine zittern, mein Puls schießt in die Höhe (tut er ja eh immer) und an mehr als fünf Kilometer wage ich grad gar nicht zu denken. Naja. Wenigstens ist die Geschwindigkeit nicht so dramatisch runtergegangen wie ich befürchtet habe. Aber ne Schnecke bin ich trotzdem.

Strecke: 5,4 km
Zeit: 34 min
Training: laufen!

Das war bescheiden

So, damit die liebe Seele Ruh hat (und der Herr Eff Bescheid weiß *g*):

Am letzten Sonntag bin ich abends laufen gewesen. Fehler. Erstens war es abends schon wieder furchtbar warm, zweitens hatte ich den ganzen Tag viel zu wenig getrunken und drittens steckte mir die Tagung noch arg in den Knochen. Geplant hatte ich meine Lieblings-fünf-Kilometer Runde, geworden sind daraus drei anstrengende Kilometer und den Rest bin ich nach Hause gegangen. Puls war viel zu hoch, Beine taten weh und die Sonne hat gebrannt.

Und in der vergangenen Woche habe ich mit meinem Mann und meinem Sohn vier Tage Urlaub zu Hause gemacht, da war einfach keine freie Zeit zum Laufen übrig. Ich hoffe, dass es heute noch klappt, damit wenigstens ein paar Kilometer für diese Woche verbucht werden können. Allerdings geh ich jetzt erst in den Gottesdienst, dann gibts Essen, dann gehen wir Cachen und dann sind wir erfahrungsgemäß ko. Na mal schauen, vielleicht begleitet mich ja unser Nachbarsjunge heute Abend auf dem Rad, dann kann ich unterwegs nicht schlapp machen ;-).

International Conference on Teaching Statistics

Diese Woche mache ich eine Zwangslaufpause, denn ich bin in Slowenien auf der ICOTS-8 Tagung.

Hier findet der erste Vortrag morgens um acht Uhr statt und dann ist durchgängig Programm mit Vorträgen und Diskussionen bis abends. Anschließend ist direkt Kontakte knüpfen angesagt, was so viel bedeutet wie gemeinsam essen gehen und bis spät nachts diskutieren. Heute bin ich früher (22:30 Uhr!) ins Hotel gegangen, weil ich ansonsten morgen während der Vorträge einschlafe. Und das wäre gar nicht gut.

Somit bleibt zum Laufen definitiv keine Zeit.

Feldwege

Meine Motivation ist grad hoch – also raus! Allerdings mag ich irgendwie grad nur meine supergut bekannte Runde laufen, deshalb gibts keine Variation. Das ist wirklich das einzig blöde hier auf dem Dorf, dass ich meine Laufrouten kaum während des Laufens ändern kann. In Kassel war es einfacher, spontan zwei Kilometer mehr oder weniger zu laufen. Aber egal, dafür ist es hier viel schöner *lach*.

Heute wollte ich lang laufen. Der Wille, der Weg und ich, wir waren alle einer Meinung: zwei Runden heute. Ich war mir jedoch nicht so ganz sicher, ob ich das auch tatsächlich schaffe. Aber ich weiß ja, Laufen ist Kopfsache und ich will das. Und dann bin ich halt meine zwei Runden gelaufen. Eine hin und eine zurück.
Wie immer dachte ich auf den ersten Metern der Rückrunde, man, wie blöd kann man sein, den ganzen Weg nochmal zurück? Hinzu geht ja, da geht es kurz steil bergauf und lang bergab. Aber andersrum? Dafür läuft es sich auf der Höhe, auch wenn es bergauf geht, wirklich schön. Nur das hohe Gras auf den Feldwegen stört. Überhaupt gibt es zwei Kategorien von Bauern: Die, die ich mag und die anderen. Die, die zur ersten Kategorie gehören, mähen immer mal den Weg, der an ihr Feld grenzt. Die anderen? Richtig. Teilweise war das seitliche Gestrüpp höher als ich.

Mir ist tatsächlich jemand begegnet! Ein Hundespaziergänger. Ich war völlig verblüfft, normalerweise ist da nie jemand unterwegs. Da hab ich doch tatsächlich mein T-Shirt runtergelassen, das hatte ich heute nämlich fast die ganze Zeit hochgerollt, so dass ich bauchfrei gelaufen bin. Hab ich noch nie gemacht, aber heute wars einfach warm. Und mich sieht da ja eh kein Mensch. Und wenn doch… genau.

Langsam laufen hab ich ganz gut hinbekommen, nur den letzten Kilometer hab ich voller Ehrgeiz doch schneller absolviert. Trotzdem war ich ziemlich genau eine Minute langsamer als vor einer Woche auf der gleichen Strecke.

Ich fass es gar nicht richtig, dass ich 10 Kilometer relativ (sehr relativ) einfach durchlaufen kann. Noch vor einem Jahr bin ich mit ner Pace von 7 bis 8 durch die Felder „gelaufen“ und das auch höchstens 5 Kilometer weit. Ist schon ne feine Sache, so ein regelmäßiges Laufen.

Und jetzt guck ich den Käsköppen weiter zu, wie sie von den Urus fertig gemacht werden.

Strecke: 10,2 km
Zeit: 66 min
Training: Langer Lauf

6er Pace unterboten *jubel*

Die Hitzeperiode hat dazu geführt, dass ich heute zum ersten Mal diese Woche gelaufen bin. Aber bisher fand ich diese Woche einfach unmöglich heiß. Was weder Regen, Schnee, Wind noch Kälte schaffen, erreicht bei mir der Sommer. Nämlich dass ich aus Wettergründen nicht laufe. Blöde Hitze.

Aber in einer Woche fahre ich nach Slowenien auf eine Tagung, da werde ich schon wieder eine Woche lang nicht laufen. Also bin ich heute Abend noch raus. So warm war es ja auch gar nicht mehr. Bescheidene 26° bei 60 % Luftfeuchtigkeit.

Trotzdem hat sich beim Start alles gut angefühlt, kein Wind, im Vergleich zu den bisherigen Abenden tatsächlich fast kühl. Da es schon spät war, wollte ich auch nur meine normale kurze Runde laufen. Nach einem Kilometer hab ich gemerkt, dass es ganz gut lief und hab das Tempo ein bisschen angezogen und versucht, zu halten. Wie Carsten sagen würde, ich hatte Flugphasen ;-). Auch berghoch war ich ein wenig schneller als normal (was ich dann mit einer 15 sekündigen Gehpause bezahlen musste). Ab dem vierten Kilometer hatte ich dann den Ehrgeiz, die Strecke unter 36 Minuten zu schaffen. Da lag aber auch nur noch ein Stück bergab und der Weg durchs Dorf vor mir. Im Tempo habe ich nicht nachgelassen, alle hilfe-ich-will-aufgeben-weil-es-so-heiß-ist-und-ich-mich-totschwitze-Gedanken immer wieder verbannt und so bin ich nach 34:58 Minuten in unseren Hof eingelaufen. Voilá!

Strecke: 5,8 km
Zeit: 35 Minuten
Training: schneller Lauf

Juni 2010

Mindestens einmal, oft sogar zweimal pro Woche schaffe ich es, zu laufen. Darauf bin ich richtig stolz. Klar laufen viele weit mehr, aber es gibt auch viele, die viel weniger laufen. Und 250 Kilometer wollen auch erst mal gelaufen werden.

Gelaufene Kilometer 2010 bisher: 254

Januar: 4 km
Februar: 30 km
März: 47 km
April: 58 km
Mai: 70 km
Juni: 48 km