Jippi!

Kaum verbringt mein Großer ein paar Tage beim Opa mit Trettraktorfahren, schon klappt’s auch mit dem Fahrrad viel besser. Jetzt ist wohl der Knoten geplatzt.
Heute sind wir mit dem Opa los, die beiden auf den Fahrrädern und ich laufend. Mit nur zwei Pausen waren die Unterbrechungen gering und dafür das Tempo durchaus hoch für meinen Großen. Klar wars die flache Strecke, aber die haben wir bis in Sichtweite des Nachbarorts geschafft. Und den Rückweg ohne Pause und mit nur ein bisschen Schieben. Ich freu mich voll!

5,8 km
39 min

Punktlandung

Heute war der Tag ganz schön voll mit Besuch und grillen und draußen spielen. Aber abends ist es ja jetzt noch länger hell und seit heute zum ersten Mal auch nicht mehr zum Frieren kalt, also hab ich mich nach dem Abendessen aufgerafft und bin in die Laufklamotten geschlüpft.
Nach den ersten drei Minuten war mir schon direkt zum Umdrehen. Ohne das Geplapper meines Sohnes und ohne Grönemeyer auf den Ohren (meine Kopfhörer waren unauffindbar) war ich so auf mich konzentriert, dass ich jeden einzelnen Muskel gespürt hab und die Atmung ging schwer und es war doch schon kühl und überhaupt. Aber wenn ich mich nun schon einmal aufgerafft hatte, dann wollte ich ja auch nicht nur zehn Minuten laufen. Also hab ich noch etwas Tempo rausgenommen (jeder Spaziergänger hätte mich mühelos überholt, aber die gabs um 20:30 Uhr zum Glück nicht mehr) und mich vorwärts bewegt. Und nach weiteren zehn Minuten ging es leichter und ich bin immer noch ein bisschen weiter gelaufen. Natürlich wie immer schön flach am Fluss Richtung Nachbarort. Mein Nahziel waren 20 Minuten und dann umdrehen und das möglichst ohne Pause zwischendrin. Dann war ich aber an der magischen Ecke und es fehlte noch eine Minute zu den angepeilten 20 und auf einmal war noch etwas Kraft in mir also bin ich weiter zum Sportplatz gelaufen. Da hat mich doch dann der Ehrgeiz von hinten links erwischt und das Ziel waren auf einmal 30 Minuten vollmachen und dann umdrehen. Geendet hat das in zweieinhalb Runden auf dem furchtbar weichen Sportplatzboden und dann stand die Rundenzeit bei 30:06. Ich konnte also endlich umdrehen. Und nun wollte ich noch den Rückweg wenigstens in gleicher Zeit laufen wie den Hinweg. Erfahrungsgemäß brauche ich für den Rückweg länger. Der weiche Boden war ganz schön anstrengend zu bewältigen, die zweieinhalb Rückrunden habe ich im schneckigsten Schneckentempo erledigt. Dann wieder auf dem Asphalt taten mir ganz schön die Gelenke weh, ich hab eindeutig zu viel gegessen über den Winter und mich zu wenig bewegt. Der Waldboden war dann schon viel angenehmer, allerdings waren auf einmal Anstiege in den Beinen zu bemerken, wo das Auge einfach nur „flach“ signalisierte. Tja und dann war ich in Sichtweite meines Dorfes bei einer Markierung von der ab ich normalerweise noch fünf Minuten bis nach Hause brauchte. Blöderweise sprang die Uhr um und zeigte, dass ich um in gleicher Zeit nach Hause zu kommen leider nur noch vier Minuten Zeit hatte. Also war ich mal wieder langsamer auf dem Rückweg als auf dem Hinweg gewesen. Aber ein Fünkchen Ehrgeiz loderte noch und sprang in die Beine, die unter viel Gekeuche meinerseits das letzte aus sich rausholten. Und das, wo ich heute doch eh schon im Ultralangsamtempo unterwegs war. Jedenfalls bin ich auf unseren Hof gelaufen, hab die Uhr gedrückt, geguckt und: 1:00:06! Wow, das waren Endorphine! Und Stolz!
Die Ernüchterung kam dann beim Nachmessen der Strecke und beim Betrachten der Pace. Aber was solls? Ich hab ne Stunde laufen geschafft, das ist schon mal was.

8,3 km
60 min

Schwerstarbeit

Zumindest für meinen Großen war das heute schwerste (Kopf-)Arbeit. Ich hab ihn nämlich zur Fahrradbegleitung gezwungen. Achje, ich glaub heute war ich dann mehr Motivator als Läufer. Ständiges Schwunggeben, anfeuern, mit Eis locken, mit Schokoladenentzug drohen, „Was ist wenn…“-Fragen beantworten und Gestöhne eindämmen war heute eher gefragt als Laufen. Aber er wollte von sich aus sogar zum außerhalb des Ortes liegenden Sportplatzes fahren und so sind wir auf insgesamt 40 Nettominuten gekommen (bei geschätzten 4,5 km – das mess ich gar nicht erst nach). Brutto waren wir über eine Stunde unterwegs, aber was solls? Irgendwie möchte ich mir ja einen Fahrradfahrer heranzüchten und er ist ja nun mal gerade erst vier Jahre alt geworden.